Praxis-Beispiele aus Deutschland
1. Beispiel: Landesbibliothek Coburg
Die Zusammenarbeit mit Schulen zählt in einer ausgesprochenen Schulstadt wie Coburg zu den bibliothekarischen Kernaufgaben. In der Landesbibliothek können insbesondere Oberstufenschüler und Kollegiaten lernen, sich in einer wissenschaftlichen Bibliothek zurechtzufinden - die Landesbibliothek Coburg hat die gleiche technische Ausstattung wie die bayerischen Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken – sowie zielgerichtet Informationen zu ermitteln, zu bewerten und zu verwenden. Sie erwerben so eine elementare Voraussetzung für künftigen Studien- und Berufserfolg. Damit wird bereits jetzt ein Ziel unterstützt, das auch das G 8, besonders mit den beiden Seminaren, verfolgt. Das Gymnasium der nahe gelegenen Stadt Sonneberg in Thüringen, einem sehr frühen G 8- und Seminarfach-Bundesland, nutzt regelmäßig die Angebote der Landesbibliothek Coburg.
Neben dem Standardangebot, den Einführungen von Schulklassen in die Bibliotheksbenutzung mit aktivierenden Elementen, gibt es sehr positive Erfahrungen mit Unterrichtseinheiten und Projekten in der Bibliothek. Ausgehend von konkreten Aufgaben und Themen lernen Schüler, in Katalogen und Datenbanken nach Literatur zu suchen, zu bestellen, auszuleihen bzw. anderweitig zu beschaffen, Informationen herauszuziehen und zu verwenden. Soweit zweckdienlich werden sie an den sachgerechten Umgang mit Quellen aus dem Alt- und Sonderbestand heranführt und erhalten Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Arbeit öffentlich zu präsentieren. Bei diesem umfassenden Ansatz wirken Lehrkräfte und Bibliothekare in der Vorbereitung und Begleitung zusammen. Er führt zu hoher Motivation, weitgehend selbständigem Arbeiten, nachhaltigem Lernerfolg und macht auch noch Spaß.
S.a. http://www.bib-bvb.de/Landesbibliothek/bibliothekskompetenz.htm.
Wir sind offen für unterschiedliche Formen der Kooperation und versuchen, unsere Angebote den Wünschen und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.
Ansprechpartner:
Renate Bauer, Tel. 09561/8538-201, lco.bauer@bib-bvb.de
Rudi Mechthold, Tel. 09561/8538-123, lco.mechthold@bib-bvb.de
Dr. Silvia Pfister, Tel. 09561/8538-200, lco.pfister@bib-bvb.de
2. Beispiel: Universitätsbibliothek Würzburg
Aus vielen Schülern werden bald Studierende. Studienanfänger müssen sich auf eine neue, unvertraute Situation einstellen. Damit sie gleich in der Lage sind, die Bibliothek ihrer Hochschule erfolgreich zu benutzen und auf dieser Basis im Studium voranzukommen, bieten die meisten Bibliotheken der Universitäten und Fachhochschulen Bibliothekseinführungen für Schulklassen an.
Die Universitätsbibliothek Würzburg hat klar strukturierte, operationalisierte Einführungen anhand von Übungsbeispielen entwickelt. Wahlweise zu den Themen „Deutsch“ oder „Vulkanismus“ wurden gezielt Fragen formuliert, deren Beantwortung unmittelbare Lernerfolge (Aha-Erlebnisse!) bewirken. Ausgerüstet mit einigen wenigen Basisinformationen, arbeiten die Schüler in kleinen Gruppen zusammen. Die Ergebnisse und Lösungswege werden anschließend gemeinsam mit Bibliotheksfachkräften besprochen, bevor Lösungsblätter ausgehändigt werden. Ein Rundgang durch die UB ergänzt die im Schulungsraum durchgeführte Veranstaltung. Großer Wert wird auf das Kennenlernen von bibliothekarischen Informationssystemen gelegt, die dabei helfen, im Internet – jenseits von Google - zuverlässige, fundierte Informationen zu finden. Schließlich besteht im 21. Jahrhunderts die Aufgabe von Bibliotheken darin, Schneisen durch die Informationsflut des digitalen Zeitalters zu schlagen.
S. a. http://www.bibliothek.uni-wuerzburg.de/service0/einfuehrungen/schulklassen/.
Ansprechpartner:
Mitarbeiter des Informationszentrums (0931/888-5912 oder -5906, info-mitarbeiter@bibliothek.uni-wuerzburg.de).
3. Beispiel: Thüringen
Das benachbarte Bundesland Thüringen, das das Seminarfach innerhalb des achtstufigen Gymnasiums schon 1999/2000 einführte, nimmt im Bereich Bibliothekspädagogik bundesweit eine Vorreiterrolle ein. In Zusammenarbeit mit dem dortigen Bibliotheksverband hat das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien ein gedrucktes Materialienheft zur Entwicklung von Informationskompetenz veröffentlicht. (Unterricht und Bibliothek. Edukative Angebote zur Entwicklung von Informationskompetenz für Schulklassen des Gymnasiums und der Regelschule ab Klassenstufe 9. Bad Berka 2004- zur Zeit nicht lieferbar.)
- Vier Bibliotheken unterschiedlichen Typs aus dem Raum Erfurt / Gotha haben darin exemplarisch mehrere Seminarfachthemen formuliert, die anhand ihrer Bestände bearbeitet werden können (z.B. Widerstand im Dritten Reich; Ökologie, Nachhaltigkeit, Umweltschutz; Was man über den Islam wissen sollte; etc.).
- In einem zweiten Teil wird modellhaft die Recherche und Beschaffung von Literatur erläutert.
- Der dritte Teil enthält Aufgaben, die der Erwerbung von Informationskompetenz dienen und Techniken zur Erstellung von Facharbeiten vermitteln.
S. a. http://www.bibliothek.uni-erfurt.de/service/texte/seminarfachunterricht.pdf.
