Stichprobenartige Lernkontrollen in der Veranstaltung
Hier finden Sie drei Beispiele für Methoden, mit denen stichprobenartig der Lernerfolg von Teilnehmern einer Veranstaltung überprüft werden kann.
One Minute Paper
Situation/Ziel: Kurzfeedback zum Ablauf der Veranstaltung, zu offen gebliebenen Fragen oder zur Einschätzung ihres eigenen Lernfortschritts als kurzfristige Orientierung im Arbeits- und Lernprozess.
Beschreibung:
Am Ende eines Themengebietes oder einer Seminarsitzung schlägt der Dozierende eine Reflexion vor. Dazu nimmt jeder Teilnehmer ein Blatt (der Lehrende kann auch Moderationskarten verteilen), auf welches jeder seine Reflexion (anonym) schreibt und danach dem Dozierenden überlässt. Der Dozierende hat sich vorab eine oder maximal zwei Fragen oder Statements überlegt, welche die Studierenden (in der Regel) innerhalb einer Minute beantworten.
Beispiele für mögliche Fragen:
- Welche thematischen Schwerpunkte wurden in diesem Themengebiet bearbeitet?
- Was war gut? (auf eine Seite des Papiers) Was war schlecht? (auf die Rückseite des Papiers)
- Was haben Sie heute nicht verstanden?
- Was ist das Wichtigste, das Sie heute gelernt haben?
Die Antworten sollten immer in ganzen Sätzen formulieren werden.
Studierende als Prüfer
Situation/Ziel: Zur Vorbereitung von Prüfungen, zwischendurch als Abfrage bzw. zur Sicherung des Stoffs.
Beschreibung:
Der Dozierende stellt dar, welche Themen behandelt wurden bzw. Inhalt der Prüfung sind und nennt dazu eine beispielhafte Prüfungsfrage. Die Studierenden sollen dann zum vorgegebenen Stoffgebiet eine bestimmte Anzahl konkreter Prüfungsfragen formulieren und auf vorbereitete Zettel schreiben. Die Zettel werden eingesammelt. Je nach Zeitrahmen können die Fragen im Plenum vorgestellt werden, oder geeignete Prüfungsfragen werden abschließend an der Tafel gesammelt oder zu einem realen Test zusammengestellt.
Mini-Testmatrix
Situation/Ziel: Prüft, ob Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen verwandten Konzepten, Methoden oder Gegenständen bekannt sind. Kann mit oder ohne vorherige Erläuterung eingesetzt werden.
Beschreibung:
Der Dozierende bereitet eine ausreichende Zahl von Zetteln vor, auf denen die wichtigsten Eigenschaften der zu vergleichenden Gegenstände (max. etwa 10) in Tabellenform aufgelistet werden. Die Teilnehmer kreuzen an, ob die jeweilige Eigenschaft auf den jeweiligen Gegenstand zutrifft oder nicht. Anschließend werden die Zettel wieder eingesammelt.
Beispiel: Unterschiede zwischen dem Online-Katalog und einer bibliographischen Datenbank:
Wie unterscheidet sich der Online-Katalog einer Bibliothek von einer bibliographischen Datenbank? Kreuzen Sie zu jeder Aussage an, ob sie auf einen Online-Katalog bzw. eine bibliographische Datenbank zutrifft.
| Online-Katalog | Bibliogr. Datenbank | |
| Benutze ich, um herauszufinden, welche Bücher die Bibliothek besitzt. | ||
| Hier suche ich, um Aufsätze aus Fachzeitschriften zu finden. | ||
| Ermöglicht die Verknüpfung von Suchbegriffen mit Booleschen Operatoren. | ||
| Ermöglicht den Export der Literaturangaben zu den gefundenen Quellen. | ||
| Enthält die Angabe des Standorts des Mediums in der Bibliothek. | ||
| Enthält häufig auch Inhaltsverzeichnisse von Büchern. | ||
| Enthält häufig Abstracts zu Aufsätzen. | ||
| Zeigt mir, ob ein bestimmtes Medium aktuell an der Bibliothek verfügbar ist. | ||
| Ermöglicht die Suche nach zusammenhängenden Begriffen (z. B. „Deutsche Bank“) |
Quelle und weitere Lektüre: Universität der Bundeswehr München, Zentralinstitut Studium plus (2008): lehrplus – Methodenkoffer. Online unter www.unibw.de/lehrplus/methodenkoffer/ [18.08.2008].
