Tipps zur Formulierung von Fragen für einen Wissenstest
Multiple Choice und Richtig/Falsch-Fragen
Die Formulierung der Frage sollte nicht zu lang und leicht zu verstehen sein. Achten Sie darauf, Standardsprache zu verwenden und Fachjargon möglichst zu vermeiden. Wenn ein Fachbegriff verwendet werden muss, sollte er kurz erläutert werden. Die richtige Antwort sollte eindeutig zu bestimmen sein, es sollte also keine Antwortoptionen geben, die sowohl angekreuzt als auch nicht angekreuzt richtig sind. Die Unterschiede zwischen richtigen und falschen Antworten sollten nicht in trivialen Kleinigkeiten bestehen, sondern sachlich relevant sein. Bei Multiple-Choice-Fragen sollte die Anzahl der Antwortoptionen i. d. R. zwischen 3 und 5 liegen.
Beispiel für eine schlecht formulierte Multiple-Choice-Frage:
Was ist eine richtige Aussage über die Suchinstrumente AND, OR und NOT:
- AND, OR, NOT sind Beispiele für Boolesche Operatoren
- AND, OR; NOT sind Beispiele für Georgesche Operatoren
- AND, OR; NOT sind Beispiele für Boolesche Signaturen
Zuordnungsaufgaben
Bei Zuordnungsaufgaben geht es darum, die Begriffe aus einer gegebenen Liste richtig den Begriffen aus einer anderen Liste zuzuordnen. Es sollte einen klar erkennbaren logischen Zusammenhang zwischen den beiden Listen geben, den die Testteilnehmer eindeutig erkennen können. Die Aufgabe muss eine klare Anweisung dazu enthalten, wie sie zu lösen ist: Sollen die Teilnehmer Linien zwischen den Begriffen zeichnen? Sollen sie Buchstaben in vorgesehene Kästchen eintragen? Soll mit der Maus der passende Begriff an die richtige Stelle gezogen werden? Die Liste der zuzuordnenden Begriffe sollte umfangreicher sein als die Liste der Begriffe, denen zugeordnet wird, damit sich die letzte Zuordnung nicht zwangsläufig ergibt.
Beispiel für eine schlecht formulierte Zuordnungsaufgabe:
Ordnen Sie jedem Fach in Spalte 1 eine wiss. Disziplin in Spalte 2 zu:
| Biologie | a. Geisteswissenschaften |
| Englisch | b. Naturwissenschaften |
| Politikwissenschaften | c. Sozialwissenschaften |
Lückentexte
Lückentexte sollten so formuliert sein, dass die richtige Lösung sich eindeutig aus dem gegebenen Kontext eindeutig ableiten lässt. Als Hilfe kann in schwierigeren Fällen eine Liste von Begriffen zur Auswahl angegeben werden. Die Anweisung sollte deutlich machen, worauf die Übung jeweils abzielt: Soll durch das Füllen der Lücken nur ein sinnvoller Satz entstehen? Geht es um einen bestimmten Begriff, eine korrekte Aussage über einen bestimmten Gegenstand etc.?
Beispiel für einen schlecht formulierten Lückentext:
Füllen Sie die Lücken im folgenden Text:
Eine virtuelle Bibliothek ist ___________________________________________.
Die ________ Bibliothek ist eine Zusammenstellung von _________ Ressourcen für die Fächer _____________ .
Freitextfragen
Bei Freitextfragen muss besonders darauf geachtet werden, dass sie auf klar formulierbaren Lernzielen aufbauen, da sie sonst nur sehr schwer objektiv zu korrigieren sind. Zu jeder Freitextfrage sollte eine schriftlich formulierte Musterlösung verfasst werden, mindestens in Form einer stichwortartigen Checkliste der (notwendig) erwarteten Aspekte in der Antwort. Die Formulierung der Frage sollte leicht zu verstehen und nicht zu lang sein. Achten Sie darauf, Standardsprache zu verwenden und Fachjargon möglichst zu vermeiden. Empfehlenswert ist es, bei der Formulierung der Frage den Kontext mit Szenarien oder Beispielen anschaulich machen. Nicht fehlen sollten auch klare Anweisungen über die erwartete Länge und den Inhalt der Antwort.
Beispiele für schlecht formulierte Freitextfragen:
Was unterscheidet die EZB von der ZDB?
Entwickeln Sie eine Suchstrategie zum Thema „Das Theater von Jean-Paul Sartre“.
Beschreiben Sie in einem Absatz, wie sich Stichwortsuche und Schlagwortsuche im Online-Katalog der UB unterscheiden.
