IK im Ausland - Standards
Für den Hochschulbereich sind von bibliothekarischen Fachverbänden in den USA und in Australien Standards der Informationskompetenz entwickelt worden. Außerdem hat die Society of College, National and University Libraries (SCONUL) in Großbritannien ein „Modell der Informationskompetenz“ veröffentlicht, und die IFLA Information Literacy Section hat ein „Framework for Information Literacy" erarbeitet.
- Information Literacy Competency Standards for Higher Education (pdf)
Association of College and Research Libraries (ACRL, USA), 2000
Die Standards sind von der Association of College and Research Libraries entwickelt und im Jahr 2000 verabschiedet worden. Sie werden von der American Association for Higher Education und dem Council of Independent Colleges unterstützt. Es liegen offizielle Übersetzungen in sieben Sprachen vor. Die deutsche Übersetzung der ACRL-Standards von Benno Homann bildete eine Grundlage für die Standards des Netzwerks Informationskompetenz Baden-Württemberg.
Die Standards definieren wünschenswerte Fähigkeiten eines informationskompetenten Studierenden in den Bereichen Informationsbedarf, Informationszugang, Informationsbewertung, Informationsnutzung und Informationsethik.
Die ACRL arbeitet daneben auch an Best Practice-Richtlinien und fachspezifischen Standards, z. B. für Naturwissenschaften und Technik. - Information Literacy Standards (doc)
Council of Australian University Librarians, 2001 - Australian and New Zealand Information Literacy Framework: principles, standards and practice (2nd ed.) (pdf)
Australian and New Zealand Institute for Information Literacy, 2004
Die australischen Standards adaptieren die us-amerikanischen Standards mit einigen Änderungen und Zusätzen. In der zweiten Auflage, die als „Framework“ bezeichnet wird, sind eine allgemeine Einleitung über Informationskompetenz und Lernen sowie Beispiele für den Einsatz der Standards in Bibliotheken hinzugekommen.
- Information skills in higher education: a SCONUL Position Paper (pdf)
Society of College, National and University Libraries (SCONUL), 1999
Die SCONUL hat das Modell der „Sieben Pfeiler der Informationskompetenz“ entwickelt. Darunter ist Folgendes zu verstehen:- die Fähigkeit, Informationsbedarf zu erkennen
- die Kenntnis verschiedener Methoden, über die ein Informationsdefizit angegangen werden kann
- die Fähigkeit, Strategien zum Auffinden der Information zu entwickeln
- die Fähigkeit, Information zu lokalisieren und sich Zugang zu verschaffen
- die Fähigkeit, Informationen aus verschiedenen Quellen zu vergleichen und zu evaluieren
- die Fähigkeit, Information in angemessener Form zu organisieren, anzuwenden und zu kommunizieren
- bestehende Informationen zu verarbeiten und darauf aufbauend neues Wissen produzieren.
- IFLA Guidelines on Information Literacy for Lifelong Learning (pdf)
IFLA, 2006
Einen Kernbestandteil der IFLA Guidelines bildet das Kapitel "International Standards" (S. 16-19), in dem aufbauend auf den zuvor publizierten Standards der amerikanischen, englischen und australischen Fachgesellschaften allgemeine Standards für die internationale IFLA-Bibliotheksgemeinschaft vorgeschlagen werden. Diese werden in drei Grundkomponenten gegliedert: Zugang (Access), Auswertung (Evaluation) und Nutzung (Use). Unter den Komplex Zugang fällt die Definition und Artikulation des Informationsbedarfs sowie die Fähigkeit zur Lokalisierung der Information. Auswertung ist hier die Analyse, Interpretation, Auswahl, Zusammenfassung und Bewertung vorhandener Information sowie ihre Organisation (d.h. Anordnung, Kategorisierung etc.). Die Nutzung beinhaltet die Überführung von Information in persönliches Wissen sowie die Weitergabe, Anwendung und Präsentation von Information unter Berücksichtigung ethischer, rechtlicher und formaler Konventionen.
