Protokoll des Netzwerktreffens IK Hessen 2011
Ort: Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Zeit: 18. Mai 2011, 10:00 bis 16:30 Uhr
TeilnehmerInnen:
HDA Darmstadt: Anette Seiler, Sonja Topaloglu
ULB Darmstadt: Renate Leonhardt, Cornelia Lücke, Oliver Mitesser,
als Gast: Helge Svenshon
FHB Frankfurt: Katrin Egger, Friederike Möller
StB Frankfurt: Barbara Dankert
UB Frankfurt: Christiane Schaper
HLB Fulda: Anke Lawerenz
UB Gießen: Susanne Krehbiehl-Knell, Claudia Martin-Konle, Christoph Schwarz
UB/LMB Kassel: Salina Braun, Susanne Rockenbach
UB Marburg: Lydia Kaiser, Bärbel Schäfer
TH Mittelhessen: Karina Lubig
FHB Wiesbaden: Monika Kreutzer
Tagesordnung:
TOP 1: Verabschiedung des Protokolls der Arbeitssitzung 2010
Das Protokoll wird ohne Änderungen angenommen.
TOP 2: Ergänzungen zur Tagesordnung
Es gibt keine Ergänzungen zur Tagesordnung.
TOP 3: Neues vom Portal
Frau Martin-Konle berichtet, dass sich das Portal durch die steigende Zugriffe vor allem im Bereich der Materialien als Arbeitsdatenbank gut etabliert hat. Dabei ist jeder Teilnehmer aufgerufen, gelegentlich die eigenen Dokumente manuell durchsehen und veraltete Materialien aus der Datenbank zu entfernen. Die automatische Aufforderung zur Aktualisierung steht auf der Agenda der Redaktion.
Probleme bereitet derzeit die Finanzierung der Programmierung. Während Baden-Württemberg jährlich 1500 € zur Verfügung stellt, gibt es aus Hessen momentan noch keine finanzielle Unterstützung. Ein Vorschlag wäre, in die Direktorenkonferenz zu tragen, dass für die Pflege des Portals Gebühren anfallen. Die Höhe der Kosten soll auf dem Redaktions-treffen nach dem Bibliothekartag in Berlin besprochen werden.
Statistik: Herr Schwarz stellt einzelne Details der im Portal erfassten Schulungsstatistik 2010 vor, s.a.: http://www.informationskompetenz.de/regionen/hessen/schulungsstatistik-2010/. In diesem Jahr haben sich 5 hessische Bibliotheken beteiligt: FH Frankfurt, UB Gießen, UB Marburg, HLB Wiesbaden, ULB Darmstadt. Die Bundesstatistik umfasst 66 Bibliotheken, erstmals wurden auch Daten aus den neuen Bundesländern geliefert.
Positiv bewertet wird die Zusammenfassung der Ergebnisse auf der Statistikseite, die es ermöglicht, die eigenen Zahlen mit dem Durchschnitt zu vergleichen und Stärken oder Defizite im eigenen Angebot zu erkennen.
Die Schulungsstatistik zeigt, dass die Vergabe von ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System, sog. „Credit-Points“) keine Voraussetzung dafür sein muss, dass die Kurse besucht werden. Die meisten Schulungsangebote haben sich auch ohne Leistungsvergabe etabliert, was vor einigen Jahren noch nicht absehbar war.
Alle Teilnehmer können berichten, dass es eine steigende Nachfrage vor allem bei den Kursen der Literaturverwaltungssoftware gibt. Abhängig von den Campuslizenzen werden Kurse für EndNote, EndNote Web und Citavi angeboten bzw. geplant. Eine gute Möglichkeit ist auch, klassische Katalogeinführungen in Kombination mit Literaturverwaltungs- oder Datenbankschulungen anzubieten.
TOP 4: Thema: Lernorte – wie sollen sie gestaltet sein, was sind die Anforderungen der Nutzer?
TU Darmstadt: Frau Lücke zeigt Beispiele verschiedener Lernorte in Bibliotheken und Instituten der TU Darmstadt, die sich im ganzen Stadtgebiet befinden. Durch die starke Dezentralisierung der Universität sind Orte für Lernmöglichkeiten in den Fachbereichen besonders wichtig. In den neu entstehenden Lernzentren gibt es Beispiele gelungener Innenarchitektur. Die Neubauprojekte der ULB werden in TOP 5 vorgestellt.
UB Frankfurt: Frau Schaper präsentiert die verschiedenen Lernorte in Universitätsbibliothek und Bibliothekszentren mit Einzel- und Gruppenarbeitsmöglichkeiten. Ihr Fazit ist, dass die Bibliotheken eine große Bedeutung als Aufenthalts-, Kommunikations- und Lernort besitzen, aber selbst mit den neu gebauten Bibliotheken hinter den Anforderungen zurückbleiben. Ziel wäre es, Lernräumen unterschiedlicher Aufenthaltsqualitäten (laut, leise, Atmosphäre für entspannten Aufenthalt, Essen & Trinken) in ausreichender Anzahl zu schaffen. Neubauten entstehen für das Bibliothekszentrum Niederursel und für die Bibliothek Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften. Die Diskussionsrunde interessiert besonders die unkomplizierte Möglichkeit, Carrels über die Infotheke buchen zu können.
UB/LMB Kassel: Frau Rockenbach zeigt verschiedenartige Lese- und Arbeitsplätze der Murhardsche Bibliothek und berichtet, dass zahlreiche Um- und Neubauten geplant sind: ein Erweiterungsbau für den Lesesaal, klimatische Veränderungen im Ausstellungsraum und Umbauten im Recherche- und Schulungsraum.
Frau Braun stellt die Arbeitsplätze der Bibliothek am Holländischen Platz vor und berichtet von der Nutzerumfrage mit Wünschen nach mehr Rechercheplätzen, besserer technische Ausstattung, mehr Einzelarbeitsplätzen für Stillarbeit, mehr Gruppenarbeitsplätzen, einer Leseecke mit Sofa, einem Lesecafé bzw. Anschluss einer Cafeteria und einem Raum zum Ausruhen. Insgesamt möchten die Nutzer eine Bibliothek mit „Wohlfühl-Atmosphäre“ als Raum der Arbeit, Kommunikation und Regeneration mit unterschiedlichen Arbeitsplatztypen.
TH Mittelhessen: Frau Lubig informiert über die hochschulinterne Studie von 2007, in der 30% der Atmosphäre bzw. 55 % der Anzahl der Lernorte als ausreichend bis mangelhaft bewertet wurden. Seitdem wurden viele Anstrengungen unternommen, Einzel- und Gruppenarbeitsräume in Gießen und Friedberg zu schaffen und zu erweitern. Hervorzuheben sind der neue Gruppenraum „entspanntes Lernen“ mit ansprechender Farbgebung und die bibLounge, die Integration einer Cafeteria. Gleichzeitig wurde das eMedien- und das Schulungsangebot ausgebaut und die Öffnungszeiten auf das Wochenende ausgedehnt.
UB Gießen: Frau Martin-Konle und Frau Krehbiehl-Knell zeigen verschiedene Lernplätze im Bibliothekssystem Gießen mit seinen zehn großen Standorten auf. Aus Platzmangel (für 100 Studierende stehen 1,77 Arbeitsplätze zur Verfügung) schaffen sich Nutzer eigene Lernorte an eigentlich nicht dafür vorgesehenen Stellen, wie z.B. im Treppenhaus. Im geplanten UB-Anbau ist eine Verdoppelung der bisherigen Arbeitsplätze vorgesehen. Positiv hervorheben kann man aber jetzt schon die Einrichtung „Studieren mit Kind“, einem Betreuungsangebot, sowie den Treffpunkt „cUBar“.
Abschließend wird auf den studentischen Ideenwettbewerb auf dem Bibliothekartag Erfurt hingewiesen: http://www.dini.de/lebendige-lernorte. Frau Braun (UB Kassel) gehört der DINI-AG Lernorte an. (DINI=Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V.)
h_da Darmstadt: Die Lernorte der Hochschule Darmstadt befinden sich an 2 Standorten: in der Zentralbibliothek in Darmstadt und auf dem Campus Dieburg. Frau Topaloglu zeigt die Lesesäle der Zentralbibliothek, die sehr beengt möbliert sind mit geringem Abstand zu den Infotheken. Gegenüber angeordnete Einzel-Leseplätze werden nicht so gerne genutzt, weil kein ausreichender Sichtschutz besteht. Im Anschluss sehen wir noch die Lernbereiche auf dem Campus Dieburg. Hier sind die Arbeitsplätze auf 3 Ebenen wesentlich großzügiger angeordnet. Man findet Lernmöglichkeiten für verschiedene Bedürfnisse, Einzelarbeitsplätze, abgeteilte Gruppenarbeitsräume und eine Leseecke.
FH Frankfurt: Frau Möller und Frau Egger zeigen den sehr ansprechend möblierten Schulungsraum und die Lernorte ihrer Bibliothek. Helle Räume mit unterschiedlich angeordneten Leseplätzen, die Gruppenarbeit ebenso ermöglichen, wie stillen Rückzug. Auch in den Magazinen befinden sich Einzelarbeitsplätze, die gerne genutzt werden. Den Nutzern stehen zudem 71 Arbeitsplätze im Lesesaal, eine Leseterrasse und ein Zeitungs-lesesaal zur Verfügung. 5 Carrels und ein Multimedia-Arbeitsplatz ergänzen dieses Angebot. In den letzten 4 Wochen wurde eine „Lärmampel“ testweise eingesetzt, um den Geräuschpegel in den Lesesälen zu regulieren.
HLB Fulda: Etwas beengter sind die Verhältnisse in Fulda, die Frau Lawerenz zeigt. Im Lesesaal ist an den unterschiedlichen Plätzen sowohl Gruppenarbeit, als auch Einzelarbeit möglich. Relativ gut ausgestattet ist der Schulungsraum im Obergeschoss. Die Stadtbiblio-thek Fulda wird in diesem Oktober in die HLB integriert, geplant ist ein Neubau mit etwa 300 Arbeitsplätzen, der 2013 eröffnet werden soll.
Stadtbibliothek Frankfurt: Frau Dankert zeigte als „Lernort: Zentrale Erwachsenen-bibliothek“ großzügige, gut ausgestattete Räume. Die Lernorte ermöglichen Gruppenarbeit im Lesesaal und im Gruppenarbeitsraum. Im ganzen Haus verteilt sind Einzelarbeits- und Internetplätze, die von allen Zielgruppen gerne genutzt werden. Das Selbstlern-Studio wird vorwiegend von Erwachsenen in Weiterbildung und Arbeitssuchenden genutzt und stellt Schreibprogramme und Lern-Software z.B. Sprachkurse zur Verfügung. In den Gruppen-räumen können auch Seminare der VHS abgehalten werden. In der Lernwerkstatt für Kinder wird besonderen Wert auf Integration und Chancengleichheit gelegt. Bewusst wurde bei der Einrichtung auf Pflanzen und Lounge-Charakter verzichtet. Das Design signalisiert, dass man sich an einem „Ort der Information und Bildung“ befindet. Der Erholung dient das Lesecafe.
UB Marburg: Aus Zeitgründen verzichten Frau Kaiser und Frau Schäfer auf ihre heutige Präsentation vor der Gruppe. Auch in Marburg gibt es insgesamt eine hohe Nachfrage nach Einzel- und Gruppenplätzen, Pausen- und Aufenthaltsgelegenheiten (Dauerprojekt Cafeteria). Benutzerumfragen der letzten beiden Jahre bestätigen den hohen Druck auf den Lernort Bibliothek. Durch die Auflösung des Katalogsaales konnten ein Info-Zentrum und durch Umgestaltung des Ausstellungsraumes im oberen Foyer weitere Arbeitsplätze entstehen. Außerdem wurde ein Schulungsraum eingerichtet. Marburg sieht 2015 einem Neubau am Campus Firmanei entgegen. Vorgesehen ist die Zusammenlegung der Zentralbibliothek mit den Bereichsbibliotheken der Geistes- und Sozialwissenschaften.
TOP 5: ULB-Neubauten: Präsentation und Besichtigung
Herr Svenshon präsentiert die Neubauprojekte des Bibliothekssystems Darmstadt. Im Mai 2012 ziehen die dezentralen Bibliotheken der Innenstadt zusammen mit dem Großteil des Bestandes des Schlosses in den Neubau Stadtmitte ein. Die Bibliothek wird dabei von der Magazin- zur Freihandbibliothek. Die Anzahl der Nutzerarbeitsplätze (Einzel-, Gruppen-arbeitsplätze und Carrels) werden sich mit ca. 500 mehr als verdoppeln.
Der Umzug der dezentralen Bibliotheken auf der Lichtwiese in den Neubau des Hörsaal- und Medienzentrums (HMZ) „Neue Mitte“ ist für Ende 2012 geplant. Hier findet die Kombination von Vorlesungs- und Bibliotheksräumen in einem Gebäude statt.
Den dritten zukünftigen Bibliotheksstandort in Darmstadt wird das renovierte Residenzschloss ausmachen, der Zeitpunkt dafür ist noch nicht konkretisiert.
TOP 6: Verschiedenes
Zu diesem Tagesordnungspunkt gibt es keinen Beitrag.
TOP7: Festlegung des Netzwerktreffens 2012
Das nächste Netzwerktreffen findet am Mittwoch, 16. Mai 2012 im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften der UB Frankfurt statt.
Thema: Interne Fortbildungsmöglichkeiten und –maßnahmen im Bereich der Informationskompetenz
Protokoll: Renate Leonhardt, Cornelia Lücke
