{"id":4984,"date":"2022-11-21T08:53:08","date_gmt":"2022-11-21T07:53:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.informationskompetenz.de\/?p=4984"},"modified":"2022-11-21T08:53:36","modified_gmt":"2022-11-21T07:53:36","slug":"konferenzbericht-3-informationskompetenz-tag-dach-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.informationskompetenz.de\/index.php\/konferenzbericht-3-informationskompetenz-tag-dach-2022\/","title":{"rendered":"Konferenzbericht: 3. Informationskompetenz-Tag DACH 2022"},"content":{"rendered":"<p><em>Der 3. Informationskompetenz-Tag \u00d6sterreich\/Deutschland\/Schweiz 2022 fand am 14.\/15. Februar 2022 an der Universit\u00e4t Wien statt. Die Webseite zur Tagung finden Sie auf <a href=\"http:\/\/www.informationskompetenz.or.at\/\">http:\/\/www.informationskompetenz.or.at\/<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Das inzwischen etablierte Format der Informationskompetenz-Tage wird von den Kommissionen f\u00fcr Informationskompetenz der Bibliotheksverb\u00e4nde <a href=\"http:\/\/www.informationskompetenz.or.at\/index.php\/ueberuns\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6sterreichs<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bibliotheksverband.de\/kommission-informationskompetenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschlands<\/a> sowie der <a href=\"https:\/\/www.informationskompetenz.ch\/de\/agik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizer AG Informationskompetenz<\/a> veranstaltet und bietet eine offene Plattform f\u00fcr den Austausch neuer Ideen, Aktivit\u00e4ten und Projekte zur Vermittlung von Informationskompetenz im deutschsprachigen Raum. Nach den mit gro\u00dfem Erfolg durchgef\u00fchrten ersten beiden Informationskompetenz-Tagen in <a href=\"https:\/\/www.o-bib.de\/bib\/article\/view\/2017H2S101-104\/5891\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Innsbruck<\/a> am 16.\/17.2.2017 sowie in <a href=\"https:\/\/www.o-bib.de\/bib\/article\/view\/5443\/7463\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bamberg<\/a> am 13.\/14.09.2018 wurde festgelegt, die Folgeveranstaltung 2020 in Luzern durchzuf\u00fchren. Da zum Zeitpunkt der konkreten Planung im Fr\u00fchjahr 2020 noch keine Routine in virtuellen Tagungsformaten herrschte, trafen die nationalen Kommissionen die Entscheidung, die Konferenz in der Schweiz pandemiebedingt ausfallen zu lassen und entsprechend dem Turnus die Folgekonferenz in \u00d6sterreich durchzuf\u00fchren. Als sich im Herbst des Jahres 2021 schlie\u00dflich abzeichnete, dass durch die noch immer anhaltende Pandemie auch am anvisierten Tagungsort Wien der 3. Informationskompetenz-Tag voraussichtlich nicht als Pr\u00e4senzveranstaltung durchgef\u00fchrt werden konnte, standen die drei nationalen Kommissionen erneut vor der Entscheidung, die Konferenz entweder erneut ausfallen zu lassen oder aber den Versuch zu unternehmen, das virtuelle Format zu erproben. Die Entscheidung fiel zugunsten der Online-Konferenz \u2013 und dieses war genau die richtige Entscheidung, wie die Zahl von etwa 300 Anmeldungen aus \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz beeindruckend belegte.<\/p>\n<p>Das im Call for Papers vorgeschlagene Themenspektrum adressierte den \u00dcbergang von der Schule zur Universit\u00e4t, die Auswirkung der Digitalisierung, den Umgang mit Diversity, Besonderheiten verschiedener Zielgruppen, die praktische Umsetzung des Frameworks for Information Literacy for Higher Education in Schulungen\/Unterricht und Bez\u00fcge zum Lebenslangen Lernen. Aus den sehr interessanten Einreichungen kristallisierten sich schlie\u00dflich als Schwerpunktthemen das Verst\u00e4ndnis von Wissenschaft(en), Open Educational Resources sowie die Frage nach Digitalen Kompetenzen Studierender heraus. Dieses inhaltliche Spektrum erwies sich als au\u00dferordentlich passend und lie\u00df sich ausgezeichnet verbinden mit dem von den Kommissionen als ein Tagungsgegenstand vorgeschlagenen <em>Framework for Information Literacy for Higher Education<\/em>, dessen erste \u00dcbersetzung ins Deutsche die Gemeinsame Kommission Informationskompetenz von dbv und VDB initiiert und realisiert hatte (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5282\/o-bib\/2021H2\">o-bib 8 (2021) 2<\/a>). Das vielf\u00e4ltige und abwechslungsreiche Tagungsprogramm umfasste neben eingeladenen Keynotes und Vortr\u00e4gen mehrere Workshops, eine Postersession mit vielf\u00e4ltigen Beitr\u00e4gen sowie eine Unkonferenz. Nat\u00fcrlich wurde auch der pers\u00f6nliche Austausch umfassend bei der Planung ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Bevor wir die Tagung Revue passieren lassen, geb\u00fchrt ein besonderer Dank an Dr. Michaela Zemanek (Universit\u00e4t Wien) Vorsitzende der Kommission Informationskompetenz der Vereinigung \u00d6sterreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare und an die Universit\u00e4tsbibliothek Bamberg mit Dr. Fabian Franke, dessen Team die virtuellen Konferenzr\u00e4ume nicht nur zur Verf\u00fcgung stellte, sondern auch professionell betreute.<\/p>\n<p>Der erste Konferenztag, 14. Februar 2022, wurde von der Wiener Gastgeberin, Dr. Michaela Zemanek, Dr. Oliver Schoenbeck (Gemeinsame Kommission Informationskompetenz des dbv und VDB) und Gary Seitz (Arbeitsgruppe Informationskompetenz an Schweizer Hochschulen) er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Keynote zum Thema hielt Dr. Dorothe Kienhues, Dipl. Psych. (Zentrum f\u00fcr Hochschullehre, Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster). Wissenschaft sei, so die eingangs formulierte These, integraler Bestandteil gesellschaftlichen Wissens in einer demokratischen Gesellschaft und notwendig f\u00fcr einen rationalen Diskurs. Wissenschaft sei im Alltag pr\u00e4sent, wie Themen aus dem Bereich Gesundheit oder Klimapolitik verdeutlichen. Am Beispiel des Schweizer Wissenschaftsbarometers 2019 wurde das Interesse an unterschiedlichen Themen verdeutlicht. Im Folgenden differenzierte Kienhues zentrale Faktoren des Wissenschaftsverst\u00e4ndnisses der \u00d6ffentlichkeit(en). Ziel sei die St\u00e4rkung der epistemischen Autorit\u00e4t von Wissenschaft im Sinne der \u201eAuffassung, dass Wissenschaftler*innen (die Wissenschaft als Institution) die F\u00e4higkeit haben, wahre \u00dcberzeugungen (=Wissen) bzgl. der Themen einer Disziplin zu erlangen und falsche \u00dcberzeugungen zu vermeiden\u201c. Kienhus identifizierte und behandelte als \u201eGef\u00e4hrdungswege epistemischer Autorit\u00e4t\u201c: \u201eVerwebungen zwischen Werten und Wissenschaft\u201c, \u201eSoziale Natur von Wissenschaft: Aushandlungsprozesse\u201c und \u201eBegrenztheit: Unsicherheit wissenschaftlichen Wissens\u201c. Im Ergebnis gelangt Kienhues zur Einsch\u00e4tzung, dass eine F\u00f6rderung des Wissenschaftsverst\u00e4ndnisses folgende Aspekte umfasst: \u201eWissen \u00fcber den Wissenschaftsprozess, Revidierbarkeit, Unsicherheit, (Kind &amp; Osborne, 2017, Mercier, 2017)\u201c, \u201eVerst\u00e4ndnis, wie Behauptungen, Modelle und Theorien in der Wissenschaft legitimiert werden (Sandoval, 2013)\u201c, \u201eVerst\u00e4ndnis der integralen Rolle von Argumentation und Kommunikation in der Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnis (Kienhues, Thomm &amp; Bromme, 2018)\u201c sowie \u201eVerst\u00e4ndnis der Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft (Lehrst\u00fcck Corona?) \u2013 \u201ePolitiker*innen machen Politik, Wissenschaftler*innen machen Wissenschaft!&#8220; (Anm. Red.: Folien vorhanden)<\/p>\n<p>Im Anschluss an den inspirierenden Vortrag Kienhues\u2018 folgten drei parallele Workshops:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eInformationskompetenz an Regionalbibliotheken &#8211; alles anders, alles gleich?\u201c (Maren Kr\u00e4hling-Pilarek, M. A. (Badische Landesbibliothek) &amp; Dr. Oliver Schoenbeck, (Bibliotheks- und Informationssystem Carl von Ossietzky Universit\u00e4t Oldenburg) \u2013 Regionalbibliotheken bieten ein breites Spektrum an Best\u00e4nden, Spezialisierungen, Nutzergruppen und Versorgungsauftr\u00e4gen. W\u00e4hrend f\u00fcr die Universit\u00e4ts- und Hochschulbibliotheken als die \u201eanderen\u201c wissenschaftlichen Bibliotheken zun\u00e4chst einmal eine recht klare Rolle in der Bildungslandschaft angenommen werden kann, stellt sich bei Regionalbibliotheken die Frage, was Informationskompetenz als Aufgabe f\u00fcr sie bedeuten kann, angesichts ihrer heterogenen Zielgruppen und Aufgaben. Ausgehend vom <em>Framework for Information Literacy<\/em> bot der Workshop eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen ersten Austausch mit der Perspektive, ein Netzwerk f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit zu gr\u00fcnden.<\/li>\n<li>\u201eHilft die deutsche \u00dcbersetzung? Das Framework Informationskompetenz im Praxistest\u201c (Dr. Sabine Rauchmann (Bibliothek WISO\/BWL, Universit\u00e4t Hamburg), Dr. Timo Steyer, (Universit\u00e4tsbibliothek Braunschweig) &amp; Dr. Marcus Schr\u00f6ter (Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, Universit\u00e4tsbibliothek). \u2013 Bezug nehmend auf die 2021 in <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5282\/o-bib\/2021H2\">o-bib 8 (2021) 2<\/a> publizierte erste deutsche Gesamt\u00fcbersetzung des Framework for Information Literacy wurde die Genese der \u00dcbersetzung skizziert und am Beispiel der drei ausgew\u00e4hlten Frames \u201eAutorit\u00e4t ist konstruiert und kontextbezogen\u201c, \u201eWissenschaft als Diskurs\u201c und \u201eSuche als strategische Erkundung\u201c gemeinsam diskutiert, ob die detaillierte \u00dcbersetzung der Frames mit Wissenspraktiken und Dispositionen konkrete Impulse f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung der Praxis der F\u00f6rderung von Informationskompetenz gegeben hat.<\/li>\n<li>\u201eInformationskompetenz f\u00fcr Studienanf\u00e4nger*innen: Denken \u00fcber Wissenschaft\u201c (Dr. Michaela Zemanek (Universit\u00e4tsbibliothek Wien, Universit\u00e4t Wien). \u2013 Vorstellungen \u00fcber die Entstehung und Verl\u00e4sslichkeit sowie \u00fcber den Erwerb von Wissen sind f\u00fcr Studienanf\u00e4nger*innen eine wichtige Grundlage f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Wissenschaft und Forschung. Auf diese Vorstellungen nehmen insbesondere das <em>Framework for Information Literacy for Higher Education <\/em>der Association of College &amp; Research Libraries (ACRL) und das Konzept der <em>Epistemischen \u00dcberzeugungen. <\/em> Die ACRL formulierte in ihrem Framework Schwellenkonzepte, die f\u00fcr Studierende wichtige Einsichten f\u00fcr einen kompetenten Umgang mit Informationen im Wissenschaftskontext darstellen. Der Begriff <em>Epistemische \u00dcberzeugungen<\/em> aus dem Bereich der Bildungswissenschaften steht f\u00fcr subjektive Theorien einer Person \u00fcber Wissen und seine Entstehung. Im Workshop wurde gezeigt, wie man diese Vorstellungen und Einsichten im Rahmen der Vermittlung von Informationskompetenz ansprechen und f\u00f6rdern kann und die Teilnehmer*innen angeregt, Ideen f\u00fcr ihre eigenen Fachbereiche bzw. Kontexte zu entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Nachmittag des ersten Tages der Konferenz wurde er\u00f6ffnet durch den Vortrag <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/358582430_Kompetenzentwicklung_und_Austausch_zu_offenen_Bildungsressourcen_OER_im_deutschsprachigen_Raum_Angebote_und_Entwicklungen\">\u201eKompetenzentwicklung und Austausch zu offenen Bildungsressourcen (OER) im deutschsprachigen Raum: Angebote und Entwicklungen\u201c<\/a> von Dr. Sandra Sch\u00f6n (Lehr- und Lerntechnologien, Technische Universit\u00e4t Graz). Sch\u00f6n n\u00e4herte sich ihrem Thema unter der Perspektive eines jeden Lehrenden, der f\u00fcr seine Veranstaltungen die bestm\u00f6glichen Bildungsressourcen f\u00fcr ihre Lernenden pr\u00e4sentieren m\u00f6chte. Dies geschehe gew\u00f6hnlich durch Sammeln, Ausw\u00e4hlen, Mischen, Anpassen, Aktualisieren, Erstellen von Bildungsressourcen. Doch hier beginnen die Probleme, die insbesondere durch das Urheberrecht verursacht werden. L\u00f6sungen bieten beispielsweise die von der \u201eUNESCO Recommendation on OER\u201c 2019 empfohlenen offenen Lizenzen. Interessant waren Sch\u00f6ns Hinweise nicht nur auf die Informationsseiten OER World Map, <a href=\"https:\/\/open-educational-resources.de\/\">OERinfo<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.openeducation.at\/\">open education austria<\/a>, sondern auch auf den <a href=\"https:\/\/imoox.at\/course\/oermooc\">Online-Kurs zu OER<\/a> der Universit\u00e4t Graz. Schlie\u00dflich k\u00f6nne, so Sch\u00f6n, eine nachhaltige Verankerung der OER nur durch klare Positionierungen der Universit\u00e4ten und Hochschulen in Gestalt von Policies und Strategien erfolgen.<\/p>\n<p>Im Anschluss folgte im Plenum Teil 1 der Postersession mit den vorab von den Referentinnen und Referenten eingereichten Videopr\u00e4sentationen ihrer Poster:<\/p>\n<ul>\n<li>Alena Behrens &amp; Nicole Clasen (ZBW &#8211; Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft): <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/6339971#.YihcFnyZOUk\">UX-Studien zur Weiterentwicklung von IK-Angeboten der ZBW-Benutzungsdienste<\/a><\/li>\n<li>Ninon Franziska Frank (Universit\u00e4tsbibliothek der Stiftung Universit\u00e4t Hildesheim) &amp; Frank Waldschmidt-Dietz (Universit\u00e4tsbibliothek, Justus-Liebig-Universit\u00e4t Giessen): <a href=\"https:\/\/bibtutorials.miraheze.org\/wiki\/Datei:IK-Poster_Netzwerk_Tutorials.pdf\">Netzwerk &#8222;Tutorials in Bibliotheken&#8220;<\/a><\/li>\n<li>Jana Fritze &amp; Kerstin Kaiser (Universit\u00e4tsbibliothek Wuppertal): Das Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.bib.uni-wuppertal.de\/de\/ueber-uns\/projekte\/projekt-digi-kompnrw\/\">digi-komp.nrw<\/a>\u201c. Entwicklung eines E-Learning-Angebots zur grundst\u00e4ndigen F\u00f6rderung der Informations-, Medien- und Digitalkompetenz zu Studienbeginn<\/li>\n<li>Franziska Klatt &amp; Anne Petit, M. A. (Bibliothek Wirtschaft und Management, Technische Universit\u00e4t Berlin): <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/358904459_Begeisternde_IK-Kundenerlebnisse_und_-Innovationen_mit_Hilfe_von_Customer_Journey_Maps?channel=doi&amp;linkId=621cdafab1bace0083a2f753&amp;showFulltext=true\">Begeisternde IK-Kundenerlebnisse und -Innovationen mit Hilfe von Customer Journey Maps<\/a><\/li>\n<li>Sina Menzel (Universit\u00e4tsbibliothek Freie Universit\u00e4t Berlin): Die F\u00f6rderung von Informationskompetenz durch \u00d6ffentliche Bibliotheken in Deutschland. Anforderungen an Teaching Librarians (Anm. Red.: Poster vorhanden)<\/li>\n<li>Diana M. Tangen, Dipl. Biol. &amp; Daniela Clauss, M. A. (Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie): Projekt helpBW: Onlinekurse zum Erwerb von Informations- und Schreibkompetenzen (Anm. Red.: Poster vorhanden)<\/li>\n<li>Alexander Unteutsch &amp; Nicole Clasen (ZBW &#8211; Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft): <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/6339957#.Yihc53yZOUk\">Der EconDesk Chatbot &#8211; neuer Baustein der digitalen IK-Vermittlung der ZBW<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Im anschlie\u00dfenden Teil 2 der Postersession konnten interessierte Kolleginnen und Kollegen mit den Referentinnen und Referenten der Videopr\u00e4sentationen in entsprechenden Breakout-Rooms ihre Projekte diskutieren.<\/p>\n<p>Der zweite Konferenztag, 15. Februar 2022, wurde er\u00f6ffnet mit dem Plenums-Vortrag \u201e<a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/6075877\">Digitale Kompetenzen von Studierenden &#8211; braucht es eine vierte Kulturtechnik?<\/a>\u201c von Mag. Dr. Michael Kopp (Zentrum f\u00fcr digitales Lehren und Lernen, Karl-Franzens-Universit\u00e4t Graz) &amp; Dr. Gerlinde Janschitz, (P\u00e4dagogische Hochschule Steiermark). Ziel des zwischen 2019 und 2021 an der Universit\u00e4t Graz durchgef\u00fchrten Projektes war die Erhebung der Selbsteinsch\u00e4tzung von Studienanf\u00e4nger*innen zu ihren digitalen Kompetenzen, um daraus Handlungsempfehlungen f\u00fcr den didaktisch motivierten Einsatz von Lehr-\/Lerntechnologien abzuleiten. Hierbei wurden zw\u00f6lf inhaltliche Themenbl\u00f6cke durch 113 Frage-Items operationalisiert. Ausgewertet wurden 7079 ausgef\u00fcllte Frageb\u00f6gen mit einer R\u00fccklaufquote von 80% im Erhebungszeitraum September bis November 2019. Zu den au\u00dferordentlich interessanten Ergebnissen z\u00e4hlten die Erkenntnis auf einem \u201eDigitalisierungsindex\u201c, dass 70% der Teilnehmenden der Studie der \u201edigitalen Mitte\u201c zuzuordnen sind \u2013 davon 60% Frauen und 40% M\u00e4nner. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen wird die \u201eDigitale Kompetenz\u201c als vierte Kulturtechnik postuliert. Als Handlungsempfehlungen f\u00fcr Hochschulen werden standardisierte Eingangstests oder Self-Assessments zum Stand des Digitalisierungsgrades zu Studienbeginn vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Nach diesem Einblick in das \u00f6sterreichische Projekt folgte \u2013 inhaltlich darauf abgestimmt \u2013 eine deutsche Perspektive im Vortrag \u201eDigitale Kompetenzen von Studierenden auf dem Pr\u00fcfstand: Selbsteinsch\u00e4tzung und Wissen\u201c von Dr. Ren\u00e9 Krempkow (Stabsstelle Qualit\u00e4tsmanagement der Humboldt Universit\u00e4t Berlin) &amp; Dr. Maria G\u00e4de (Institut f\u00fcr Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt Universit\u00e4t Berlin). Auch die hier pr\u00e4sentierte Studie geht von der These aus, dass der kompetente Umgang mit digitalen Technologien zentrale Voraussetzung f\u00fcr die Arbeitswelt und f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe ist, in QM-Instrumenten bisher aber oft die Erfassung f\u00e4cher\u00fcbergreifender und digitaler Kompetenzen fehlte. Digitale Kompetenzen werden im Sinne Digitaler Bildung verstanden und zwischen technologischen, ethischen, gesellschaftlichen und sozialen Aspekten unterschieden. Grundlage der Erhebung ist das 2017 publizierte Digital Competence Framework for Citizens (DigComp2.1) mit den f\u00fcnf Dimensionen Datenverarbeitung und -bewertung, Kommunikation und Zusammenarbeit, Erstellen von Inhalten, Sicherheit und Probleml\u00f6sung. Das 2019\/20 an der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin pilotierte Erhebungsinstrument erwies sich als praktikabel und wurde 2020\/21 an den Universit\u00e4ten Freiburg, K\u00f6ln und Gie\u00dfen eingesetzt.<\/p>\n<p>Nach diesem au\u00dferordentlich reichhaltigen Input des Vormittags klang der 3. Informationskompetenz-Tag \u00d6sterreich\/Deutschland\/Schweiz 2022 in einem dialogischen und kollaborativen Format aus. Nach den \u00e4u\u00dferst positiven Erfahrungen in Bamberg war eine Unkonferenz vorgesehen, das trotz anf\u00e4nglicher Bedenken wegen des virtuellen Settings ausgezeichnet funktionierte. Nachdem w\u00e4hrend des gesamten ersten Konferenztages auf einem Padlet, einer virtuellen Pinnwand, Themen f\u00fcr das die Unkonferenz gesammelt wurden, fand zu Beginn des zweiten Konferenztages die Abstimmung statt. Diskutiert wurden unter anderem die Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Hilfe zur Selbsthilfe&#8230; auf allen Ebenen. Thema Pragmatismus und Ressourcenknappheit<\/li>\n<li>Forschende unterst\u00fctzen: Systematic Reviews aus bibliothekarischer Sicht<\/li>\n<li>Vermittlung von IK zum Thema \u201ePredatory Journals\u201c<\/li>\n<li>Problemfall Citavi<\/li>\n<li>Bibliotheken vs. Fake Science: Was ist passiert seit dem \u201eWissenschaftsskandal&#8220; 2018, was tun Bibliotheken gegen predatory publishing und Fake Science, wo gibt es Good Practice f\u00fcr kritische Informationskompetenz?<\/li>\n<li>OER f\u00fcr IK<\/li>\n<li>Zur\u00fcck in die Zukunft? Vermittlung von Informationskompetenz in post-pandemischen Zeiten: synchron in Pr\u00e4senz bzw. online, asynchron, oder hybrid?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da das digitale Format bei der Unkonferenz trotz der gro\u00dfen Beteiligung so ausgezeichnet funktionierte, war der Zeitraum von einer Stunde m\u00f6glicherweise etwas knapp bemessen, so dass die Themen zwar intensiv andiskutiert wurden, die Vertiefung aber oft in Vieraugengespr\u00e4che nach Abschluss der Konferenz verlegt werden musste. Das Ziel der diesj\u00e4hrigen Zusammenkunft, neue Gespr\u00e4chsthemen mit neuen Kontakten aufzunehmen, wurde auf diese Weise aber in jedem Fall erreicht.<\/p>\n<p>Abgerundet wurde der 3. Informationskompetenztag \u00d6sterreich\/Deutschland\/Schweiz durch die Abschlussdiskussion und die Bekanntgabe der zwischen den nationalen Arbeitsgruppen bereits im Vorfeld besprochenen Perspektive, dass vor dem Hintergrund der 2020 ausgefallenen Konferenz in Luzern die Schweiz den 4. Informationskompetenztag 2023 in Z\u00fcrich ausrichten w\u00fcrde. Z\u00fcrich ist f\u00fcr unsere trinationale Konferenz nicht nur ein geografisch g\u00fcnstiger Ort, sondern durch seine vielf\u00e4ltige Bibliothekslandschaft besonders attraktiv \u2013 nicht zuletzt durch die Neukonzeption der Universit\u00e4tsbibliothek. Auf ein Wiedersehen also in Z\u00fcrich!<\/p>\n<p><em>Nachbemerkung der Veranstalter: Wir, die Kommissionen f\u00fcr Informationskompetenz der Bibliotheksverb\u00e4nde \u00d6sterreichs und Deutschlands sowie die Schweizer AG Informationskompetenz bedanken uns herzlich f\u00fcr das ermunternde Feedback! Nicht nur das f\u00fcr diese Konferenz neue Online-Format wurde als besonders attraktiv und unkompliziert empfunden, sondern auch Auswahl der Themen, die Referentinnen und Referenten, die Unkonferenz und die zahlreichen Diskussionen wurden besonders gelobt. Die Anregungen f\u00fcr Themen f\u00fcr Z\u00fcrich nehmen die Veranstalter gerne in ihre Planungen auf.<\/em><\/p>\n<p>(Schr\u00f6ter \/ Steyer \/ Sch\u00f6nbeck \/ Zemanek, 20.10.2022)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 3. Informationskompetenz-Tag \u00d6sterreich\/Deutschland\/Schweiz 2022 fand am 14.\/15. Februar 2022 an der Universit\u00e4t Wien statt. Die Webseite zur Tagung finden Sie auf http:\/\/www.informationskompetenz.or.at\/. 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