Allgemein

Didaktik first!

Ob Workshops, klassiche Führungen, Formate des Mikrolernens oder Blended Learnings: Unsere Veranstaltungen zur Förderung von IK bei unseren Zielgruppen sollten motivierend, lernförderlich und didaktisch-professionell aufbereitet sein. Am 2./3. April gibt es noch freie Plätze in einer Fortbildung zu didaktisch-methodischem Grundwissen am Weiterbildungszentrum der FU!

Round Table Informationskompetenz in Oldenburg

Am 5.12.2019 fand erneut der jährliche „Round Table Informationskompetenz“ statt; erstmals nicht am Fortbildungszentrum der FU Berlin, sondern sozusagen „auf Reisen“: Oliver Schoenbeck richtete ihn für die Gemeinsame Kommission Informationskompetenz von DBV und VDB am BIS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aus. Die Kommission möchte den Round Table auf diese Weise durch die Republik wandern lassen, um eine breite Beteiligung aus den Regionen zu ermöglichen. Geblieben ist das Format des „World Café“ – Arbeit an Thementischen in wechselnden Gruppen, um einen möglichst intensiven Austausch aller Beteiligten zu ermöglichen. Rund 35 Teilnehmende aus vielen Regionen Deutschlands fanden den Weg in den Nordwesten.
Die Überschrift des diesjährigen Round Table lautete „Reality Check“. Die Diskussion um Informationskompetenz in den letzten zwei Jahrzehnten sollte in ihrer Entwicklung und ihrem aktuellen Stand betrachtet werden (Eingangsfolien von O. Schoenbeck im Download ). Ein Ausgangspunkt war dabei die Entwicklung der „Standards der Informationskompetenz“ von der ersten Übersetzung der amerikanischen Standards im Jahr 2002 durch Benno Homann über den „Referenzrahmen Informationskompetenz“ bis zum „Framework for Information Literacy“ der ACRL, das derzeit die Diskussion beherrscht. Eine Leitfrage für die Diskussionen im World Café sollte dann sein, wie das Verhältnis der Standards zur Realität der Zielgruppen und deren Lebenswelten aussieht. Inhaltlich war der Round Table diesmal ein Experiment, indem er sich etwas entfernte vom direkten und eher praxisorientierten Erfahrungsaustausch der regionalen Netzwerke. Dafür bildete er mehr die aktuelle Agenda der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz ab, die das Konzept „Informationskompetenz“ in Hinsicht auf seine Anschlussfähigkeit an weitere Themen und Fragestellungen hinterfragen möchte.
Der Oldenburger Pädagoge Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter lieferte dazu einen Impuls-Vortrag. Als Inhaber der Professur für „Educational Technology“ und Direktor des „C3L – Center for Lifelong Learning“ an der Carl von Ossietzky Universität befragt er seit 2012 immer wieder Studierende in einer Längsschnittstudie über ihr Mediennutzungsverhalten. Im Vortrag berichtete er über die aktuellen – noch unveröffentlichten – Ergebnisse der 2018er Erhebung und bettete diese in eine weitere Diskussion um Digitale Kompetenzen und „Future Skills“ ein. An den Ergebnissen seiner empirischen Untersuchung ist abzusehen, dass einerseits ein „Mehr“ an Digitalisierung und Mediatisierung nicht zu einem professionelleren akademischen Umgang mit Information und Informationen führt, andererseits im selbstverständlicher werdenden Mediennutzungsverhaltung ein vielfach ungehobenes didaktisches Potenzial steckt.
Anschließend standen die fünf Thementische unter den Überschriften Standards & Co., Zielgruppen, Lebensbereiche, Akteure und Informationskompetenz an der digitalen Hochschule. Informationskompetenz sollte betrachtet werden als Thema, das nicht isolierter Inhalt von Nutzerschulungen an Hochschulbibliotheken ist, sondern auf verschiedenen Achsen eingebettet werden kann in weiterführende Fragestellungen. Der Tisch zu Standards & Co. stellte zum einen eine Lücke zwischen Standards und Praxis dar: die Überführung in die Vermittlungspraxis fordert mehr Best-Practice-Beispiele. Zum anderen bilden die Standards bisweilen Inhalte und Ziele ab, die in der Vermittlungspraxis sowieso Realität sind. Eine Erkenntnis war aber unter dem Strich, dass Standards, Framework und ähnliche Theoriemodelle deutlich zur Professionalisierung der Vermittlungsaufgaben beigetragen haben.
Die TeilnehmerInnen waren in der Diskussion herausgefordert, einmal die engeren praktischen Fragestellungen der IK-Vermittlung hinter sich zu lassen. Die Frage nach den Lebensbereichen, in denen IK eine Rolle spielen kann, bedeutete zum Beispiel, Informationskompetenz als Thema auch außerhalb der Hochschule zu denken. Schließlich führte das Nachdenken über Themen wie politische Meinungsbildung, Konsum, E-Governance uvm. dann doch immer wieder auch zu praktischen Überlegungen, die z. B. für die Planung eigener Schulungen im Hochschulkontext relevant sein können.
Privates Informationsverhalten steckt eben vielfach in Wechselbeziehungen mit dem akademischen. In Bezug auf Zielgruppen stellte sich z. B. die Frage nach der Relevanz von Informationskompetenz im Kontext des lebenslangen Lernens. Die Frage nach Akteuren sollte zu anderen „Playern“ im Sektor führen – wie z. B. Medien, Anbietern von Internetdiensten etc. – und deren Verantwortung für die Entwicklung von Informationskompetenz problematisieren. An der Digitalen Hochschule sieht sich die Informationskompetent mittlerweile eingebettet in ein weiteres Feld digitaler Kompetenzen und „literacies“ für die auch der etablierte Begriff „Medienkompetenz“ heute zu kurz greift.
In einer schnellen Schlussrunde wurde nach der Kaffeepause am Nachmittag dann noch an den fünf Tischen in die Zukunft geschaut: Was wäre zukünftig wünschenswert? Wie entwickeln sich die Zielgruppen? Welche Themen stehen für die Informationskompetenz vielleicht noch am Horizont? Der Tag war bestimmt von angeregten und vielfältigen Diskussionen mit einem knappen Schlussplenum, das noch Zeit für eine Runde durch die Oldenburger Universitätsbibliothek für einige Interessierte ließ.

Save the date: 3. Informationskompetenz-Tag Deutschland/Österreich/Schweiz am 25./26.06.2020 in Luzern

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist wieder soweit! Der 3. Informationskompetenz-Tag Deutschland/Österreich/Schweiz wird am 25./26.06.2020 an der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern stattfinden. Veranstalter sind die Arbeitsgruppe Informationskompetenz an Schweizer Hochschulen, die Kommission Informationskompetenz der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare und die Gemeinsame Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Bitte merken Sie sich bereits heute diesen Termin vor! Weitere Informationen und der Call for Workshops erfolgen noch vor Ende diesen Jahres voraussichtlich im November.

Beste Grüße,

Rudolf Mumenthaler, Gary Seitz, Oliver Schoenbeck, Michaela Zemanek

 

Wiki: Didaktische Methoden für Bibliotheksschulungen mit großen Gruppen

Haben Sie eine bibliothekarische Schulung mit einer großen Gruppe vor sich und wollen diese ein wenig auflockern? Didaktische Methoden gibt es im World Wide Web fast wie Sand am Meer – aber welche sind die richtigen für Ihre Zwecke?
Ein Team der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Bibliothekswesen, hat sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen die Suche nach passenden Methoden abzunehmen. In unserem Teamprojekt haben wir ein Wiki erarbeitet, in dem wir didaktische Methoden zur bibliothekarischen IK-Vermittlung für große Gruppen zusammengestellt haben.
Das Ergebnis ist das IKgrosseGruppenWiki, welches Methoden sammelt, detailreich beschreibt und Aufschlüsse zur Benutzung der Methode in Bibliotheksschulungen gibt. Alle Methoden sind einheitlich erschlossen, sorgfältig geprüft und durch viele hilfreiche Materialien angereichert, sodass sie einfach und schnell, ohne großes Einlesen, nachgenutzt werden können.
Außerdem ist das Wiki offen zur Bearbeitung. Alle Methoden können bewertet, kommentiert und überarbeitet werden. So, hoffen wir, bleibt es aktuell und lebendig.
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Sonja Hilpert, Marie Meyer und Magdalena Rausch