Round Table

Round Table Informationskompetenz in Oldenburg

Am 5.12.2019 fand erneut der jährliche „Round Table Informationskompetenz“ statt; erstmals nicht am Fortbildungszentrum der FU Berlin, sondern sozusagen „auf Reisen“: Oliver Schoenbeck richtete ihn für die Gemeinsame Kommission Informationskompetenz von DBV und VDB am BIS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aus. Die Kommission möchte den Round Table auf diese Weise durch die Republik wandern lassen, um eine breite Beteiligung aus den Regionen zu ermöglichen. Geblieben ist das Format des „World Café“ – Arbeit an Thementischen in wechselnden Gruppen, um einen möglichst intensiven Austausch aller Beteiligten zu ermöglichen. Rund 35 Teilnehmende aus vielen Regionen Deutschlands fanden den Weg in den Nordwesten.
Die Überschrift des diesjährigen Round Table lautete „Reality Check“. Die Diskussion um Informationskompetenz in den letzten zwei Jahrzehnten sollte in ihrer Entwicklung und ihrem aktuellen Stand betrachtet werden (Eingangsfolien von O. Schoenbeck im Download ). Ein Ausgangspunkt war dabei die Entwicklung der „Standards der Informationskompetenz“ von der ersten Übersetzung der amerikanischen Standards im Jahr 2002 durch Benno Homann über den „Referenzrahmen Informationskompetenz“ bis zum „Framework for Information Literacy“ der ACRL, das derzeit die Diskussion beherrscht. Eine Leitfrage für die Diskussionen im World Café sollte dann sein, wie das Verhältnis der Standards zur Realität der Zielgruppen und deren Lebenswelten aussieht. Inhaltlich war der Round Table diesmal ein Experiment, indem er sich etwas entfernte vom direkten und eher praxisorientierten Erfahrungsaustausch der regionalen Netzwerke. Dafür bildete er mehr die aktuelle Agenda der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz ab, die das Konzept „Informationskompetenz“ in Hinsicht auf seine Anschlussfähigkeit an weitere Themen und Fragestellungen hinterfragen möchte.
Der Oldenburger Pädagoge Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter lieferte dazu einen Impuls-Vortrag. Als Inhaber der Professur für „Educational Technology“ und Direktor des „C3L – Center for Lifelong Learning“ an der Carl von Ossietzky Universität befragt er seit 2012 immer wieder Studierende in einer Längsschnittstudie über ihr Mediennutzungsverhalten. Im Vortrag berichtete er über die aktuellen – noch unveröffentlichten – Ergebnisse der 2018er Erhebung und bettete diese in eine weitere Diskussion um Digitale Kompetenzen und „Future Skills“ ein. An den Ergebnissen seiner empirischen Untersuchung ist abzusehen, dass einerseits ein „Mehr“ an Digitalisierung und Mediatisierung nicht zu einem professionelleren akademischen Umgang mit Information und Informationen führt, andererseits im selbstverständlicher werdenden Mediennutzungsverhaltung ein vielfach ungehobenes didaktisches Potenzial steckt.
Anschließend standen die fünf Thementische unter den Überschriften Standards & Co., Zielgruppen, Lebensbereiche, Akteure und Informationskompetenz an der digitalen Hochschule. Informationskompetenz sollte betrachtet werden als Thema, das nicht isolierter Inhalt von Nutzerschulungen an Hochschulbibliotheken ist, sondern auf verschiedenen Achsen eingebettet werden kann in weiterführende Fragestellungen. Der Tisch zu Standards & Co. stellte zum einen eine Lücke zwischen Standards und Praxis dar: die Überführung in die Vermittlungspraxis fordert mehr Best-Practice-Beispiele. Zum anderen bilden die Standards bisweilen Inhalte und Ziele ab, die in der Vermittlungspraxis sowieso Realität sind. Eine Erkenntnis war aber unter dem Strich, dass Standards, Framework und ähnliche Theoriemodelle deutlich zur Professionalisierung der Vermittlungsaufgaben beigetragen haben.
Die TeilnehmerInnen waren in der Diskussion herausgefordert, einmal die engeren praktischen Fragestellungen der IK-Vermittlung hinter sich zu lassen. Die Frage nach den Lebensbereichen, in denen IK eine Rolle spielen kann, bedeutete zum Beispiel, Informationskompetenz als Thema auch außerhalb der Hochschule zu denken. Schließlich führte das Nachdenken über Themen wie politische Meinungsbildung, Konsum, E-Governance uvm. dann doch immer wieder auch zu praktischen Überlegungen, die z. B. für die Planung eigener Schulungen im Hochschulkontext relevant sein können.
Privates Informationsverhalten steckt eben vielfach in Wechselbeziehungen mit dem akademischen. In Bezug auf Zielgruppen stellte sich z. B. die Frage nach der Relevanz von Informationskompetenz im Kontext des lebenslangen Lernens. Die Frage nach Akteuren sollte zu anderen „Playern“ im Sektor führen – wie z. B. Medien, Anbietern von Internetdiensten etc. – und deren Verantwortung für die Entwicklung von Informationskompetenz problematisieren. An der Digitalen Hochschule sieht sich die Informationskompetent mittlerweile eingebettet in ein weiteres Feld digitaler Kompetenzen und „literacies“ für die auch der etablierte Begriff „Medienkompetenz“ heute zu kurz greift.
In einer schnellen Schlussrunde wurde nach der Kaffeepause am Nachmittag dann noch an den fünf Tischen in die Zukunft geschaut: Was wäre zukünftig wünschenswert? Wie entwickeln sich die Zielgruppen? Welche Themen stehen für die Informationskompetenz vielleicht noch am Horizont? Der Tag war bestimmt von angeregten und vielfältigen Diskussionen mit einem knappen Schlussplenum, das noch Zeit für eine Runde durch die Oldenburger Universitätsbibliothek für einige Interessierte ließ.

Einladung nach Oldenburg – 6. Round Table Informationskompetenz

Das bewährte Format des Round Table geht dieses Jahr auf Wanderschaft. Statt wie bisher in Berlin, findet die Veranstaltung 2019 am BIS in Oldenburg statt.

Die gemeinsame Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare lädt die Mitglieder der AGs und Netzwerke Informationskompetenz ganz herzlich zum 6. Round-Table-Gespräch ein.

Termin: Donnerstag, 05.12.2019, 9:30 bis 17:00 Uhr

Wo: Universitätsbibliothek (BIS) Oldenburg, Uhlhornsweg 49-55, 26129 Oldenburg

Anmeldung: oliver.schoenbeck@uol.de

Das jährliche Round-Table-Gespräch dient dem intensiven Informationsaustausch und der Kommunikation zwischen den Arbeitsgruppen und Netzwerken Informationskompetenz.

Thema: Reality Check! Standards, Referenzrahmen, Framework und „Ideale“ auf dem Prüfstand

Einerseits wurden seit der deutschen Übersetzung der „Standards für Informationskompetenz“ in den letzten 20 Jahren verschiedenste Ansätze, Zielvorstellungen und manchmal gar Ideale für die Vermittlung von Informationskompetenz entwickelt. Andererseits begegnen uns in der Praxis von WBs und ÖBs täglich Studierende und andere Zielgruppen in der Empirie. Welche Konzepte haben sich bewährt und womit sind wir in der Praxis gescheitert? Der Round Table will Ergebnisse und Erfahrungen aus der Arbeit in den Regionen zusammentragen.

Die Veranstaltung wird mit einem Impulsvortrag des Oldenburger Pädagogen Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter beginnen.

Geplanter Ablauf:

  • 9.30 Uhr Begrüßung, Einführung, Vorstellung der Teilnehmenden
  • 10.00 Uhr Impuls: Olaf Zawacki-Richter/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Professur für Educational Technology: Mediennutzungsverhalten Studierender – Ergebnisse einer Längsschnitt-Studie der letzten Jahre
  • 11.00-12.30 Uhr Round Table Gespräche im World Café
  • 12.30-13.30 Uhr Mittagspause
  • 13.30-15.30 Uhr Round Table Gespräche im World Café
  • 15.30-16.30 Uhr Vorstellung der Ergebnisse
  • 16.30-17.00 Uhr Plenumsdiskussion und Perspektiven

Wie in den vergangenen Jahren möchten wir Sie auffordern, aus Ihren Standorten und Regionen im Vorfeld Impulse zu geben für die Diskussionen beim Round Table: Haben Sie empirische Befunde zum Nutzerverhalten? Was ist aus der Bologna-Euphorie der Bibliotheken geworden? Wohin wandeln sich die Ansprüche der Zielgruppen öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken? Usw.

Der Round Table soll anders als bisher durch die Republik wandern, um den nachhaltigen Austausch mit den regionalen Netzwerken zu gewährleisten. Die Teilnahme am Round Table ist kostenlos.

Ihre Anmeldung und Themenvorschläge schicken Sie bitte direkt an: oliver.schoenbeck@uol.de

Die Mensa der Universität Oldenburg befindet sich im selben Gebäudekomplex und kann in der Mittagspause genutzt werden. Da einige Teilnehmer am Vortag anreisen müssen, bieten wir am Vorabend einen geselligen Gang über den Oldenburger Weihnachtsmarkt an (bitte melden Sie ggf. Ihr Interesse an!): https://www.oldenburg.de/startseite/kultur/veranstaltungshoehepunkte/lambertimarkt.html

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Noch nicht angemeldet? 4. Round Table der Kommission IK am 25.4.2017

In zwei Wochen ist es so weit – der Round Table Informationskompetenz mit Beteiligten aus allen Regionen und Netzwerken findet am Weiterbildungszentrum der FU in Berlin statt. Anmeldung direkt beim Weiterbildungszentrum! Themen werden u.a. der Best-Practice-Wettbewerb 2016 sein (Kooperationen und Infrastuktur zur Förderung von IK) und Kooperationen zwischen UB mit E-Learning-Akteuren der Hochschule. Natürlich kommt der Austausch aus allen Regionen und Netzwerken nicht zu kurz!

4. Round Table der Arbeitsgruppen und Netzwerke Informationskompetenz

Die gemeinsame Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare lädt die Mitglieder der AGs und Netzwerke Informationskompetenz ganz herzlich zum 4. Round-Table-Gespräch ein.

Termin: 25.04.2017, 10:30 – 16.00 Uhr
Wo: Weiterbildungszentrum der FU Berlin, Otto-von-Simson-Str. 13, 14195 Berlin
http://www.fu-berlin.de/sites/weiterbildung/infocenter/weg/index.html
Tagungsbeitrag: 30 € (vorab bitte überweisen, enthält Getränke und einen Mittagsimbiss)
Anmeldung: http://www.fu-berlin.de/sites/weiterbildung/weiterbildungsprogramm/vd/bib/bib$bi-003-jp17.html
Zielgruppe: Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die Informationskompetenz vermitteln, Arbeitsgruppen und Netzwerke Informationskompetenz

Das jährliche Round-Table-Gespräch dient dem intensiven Informationsaustausch und der Kommunikation zwischen den Arbeitsgruppen und Netzwerken Informationskompetenz. Ein Schwerpunktthema des Round Table ist die Umsetzung der Ergebnisse des letztjährigen Best-Practice-Wettbewerbs, in diesem Jahr also Kooperationen und Infrastrukturen zur Förderung von IK:

  • Mit welchen Einrichtungen und Partnern arbeiten Sie bei der Vermittlung von Informationskompetenz zusammen?
  • Wie ist die Zusammenarbeit zustande gekommen?
  • Worin besteht die Zusammenarbeit, ist sie institutionalisiert?
  • Was läuft gut, wo gibt es Schwierigkeiten?

Welche Themen beschäftigen Sie sonst? Beschäftigen Sie sich mit dem Framework Information Literacy, mit Forschungsdaten, mit der Erkennung von Fake News oder mit etwas ganz anderem? Woran arbeiten Sie gerade, was möchten Sie uns gerne vorstellen?

Die Kommission freut sich auf Ihre Themenvorschläge! Bitte senden Sie diese bis zum 7.4.2017 an: infokompetenz@bibliotheksverband.de.

Wir werden die Themen zusammenstellen und vorab den Teilnehmenden zusenden. Um einen intensiven Austausch zu ermöglichen und die Diskussion zwischen den Teilnehmenden zu befördern, wird der Round Table in Form eines „World Cafes“ stattfinden. Nach kurzem Impuls zu den Themen rund um Kooperationen und Infrastrukturen zur Vermittlung von Informationskompetenz werden diese an einzelnen Tischen diskutiert. Mehrmaliger Wechsel zwischen den Tischen ermöglicht den Teilnehmenden, sich bei mehreren Themen einzubringen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Round Table ist der Austausch aus allen AGs und Netzwerken:

  • Welche Schwerpunkte setzen Sie zurzeit?
  • Welche Projekte sind konzipiert?
  • Welche Fortbildungen werden gewünscht?
  • Welche strukturelle Unterstützung wird benötigt?

Wir würden uns freuen, wenn aus jeder AG und jedem Netzwerk ein kurzer Impuls gegeben werden könnte!

Programmablauf:

10.30 – 11.00 Uhr Begrüßung, Einführung
11:00 – 12.00 Uhr Impulse
12.00 – 15.00 Uhr Diskussion in Themengruppen, dazwischen Erfrischungen
15.00 – 16.00 Uhr Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse der Themengruppen im Plenum, Abschluss, Verabschiedung

 

Round Table der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz

Schon zum dritten Mal fand der Round Table der Kommission IK statt – und wieder trafen sich alle Expertinnen und Experten aus den regionalen Netzwerken und AGs.

Wie jedes Jahr wurde das Thema des letztjährigen Best-Practice-Wettbewerbs thematisiert: Projekte und Erfahrungen rund um E-Learning bei der Vermittlung von IK. Viele spannende neue Projekte und viel Zeit für Austausch standen im Zentrum. Die Präsentationen werden auch auf den Kommissionsseiten veröffentlicht. Das Weiterbildungszentrum der FU Berlin war erneut der bewährte Gastgeber.

Frau Preissler vom Weiterbildungszentrum der FU Berlin begrüßt die Teilnehmenden des Round Table